Patchouli: Das kraftvolle Öl aus dem „Grünen Blatt“

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Dem Duft dieses einzigartigen Öls kann man sich nicht so leicht entziehen: Patchouli ist ein erstaunliches Öl, das dich mit der Tiefe der Erde verbindet, dir Bodenhaftung verleiht – und dich so an den Körper heran führt. Der Name „Patchouli“ entstammt der Tamil-Sprache Süd-Indiens: „patchai“ bedeutet so viel wie „grün“ und „ellai“ bezeichnet „Blatt“. In der Tat wartet dieses „grüne Blatt“-Öl – populär damals während der Hippie-Zeit – mit allerlei Geheimnissen und Wundern auf, die es auszumachen und zu entdecken gilt…

Ursprung und Verarbeitung

Patchouli zählt als Spezies zur Gattung Pogostemon und gehört zur Pflanzen-Familie der Lamiaceae, unter die auch Lavendel, Basilikum, Salbei etc. fallen. Es ist ein buschiges, ganzjähriges Kraut mit Blättern, die dem Pfefferminz ähnlich sind, und verfügt über einen aufrechten, robusten, behaarten Stiel, der an die 0,75 Meter hoch wächst und ausladende, leicht pelzige Blätter von überraschendem Duft trägt. Die Blüten sind von grünlich-weißer Farbe, nicht selten mit einem Einschlag von lila.

Das Kraut ist in den tropischen Regionen Asiens beheimatet, vor allem Malaysias, Indonesiens und Indiens, wird heute jedoch großflächig auch in China, Taiwan, auf den Philippinen, in Thailand, Vietnam und sogar in West-Afrika angebaut. Man schneidet die Pflanze zwei oder drei mal pro Jahr, wobei die Blatt-Ernte die höchste Qualität während der Regenzeit ergibt.

Die Duft-Note lässt sich mit den Eigenschaften von holzig-harzig, erdig, exotisch bis rauchig beschreiben, Anteile von Amber, Vanille und Cistrose sind mit enthalten. Der Duft des ätherischen Öls steigert sich mit dem Alter, das dann zu einer mehr abgerundeten Note beiträgt.

Das ätherische Öl wird mittels Dampf-Destillation der getrockneten, leicht fermentierten Blätter gewonnen, mit einer Ausbeute von 2-3 % an Öl. Die sogenannte „thermische Abwertung“ verschiedener Komponenten des Öls ist dem üblichen Verfahren einer langen 8-11 stündigen Destillation geschuldet. Qualitäts-Kontrolle „vom Ursprung her“ beim Erwerb von Patchouli ist deshalb eine unabdingbare Voraussetzung. Es hat sich erwiesen, dass die superkritische Kohlen-Dioxid- Extraktion (sc C02 ) eine höhere Ausbeute und bessere Qualität des Öls erbringt.

Die chemischen Komponenten von Patchouli sind primär Sesquiterpene und Sesquiterpenole, welche den relativ hohen Grad an Schwere und Dichte des Öls erklären, eine Eigenschaft, die man nicht gerade von einem „Grünen-Blatt-Öl“ erwarten würde.

Patchouli erfreute sich zu unserer Zeit in den sechziger und siebziger Jahren einer zunehmenden Beliebtheit in den USA und Europa. Noch immer zählt es zu den bevorzugten Düften bei den Vertretern der Gegen-Kultur. Heutzutage wird das ätherische Öl weitestgehend in der Parfüm-Industrie benutzt – nicht zuletzt gerade wegen seiner „Basis-Note“, was so viel heißt, dass es die Verdunstung anderer ätherischer Öle innerhalb der Mischung verzögert oder niedrig hält, was zum Erhalt des Duftes über eine längere Zeit hinweg beiträgt.

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Wertvolle Bestandteile mit reichen Heil-Wirkungen

Patchouli wurde dank seiner Eigenschaft als Insektenschutz-Mittel von Handels-Reisenden entlang der Seidenstraße zwischen dem Mittleren Osten und Europa benutzt. Sie pflegten Schichten getrockneter Blätter zwischen die Seiden-Waren zu legen, um Motten von der Eiablage zwischen den Textilien abzuhalten. Dementsprechend war der Duft von Patchouli allgegenwärtig in indischen Kleider-Fabriken des 18. und 19. Jahrhunderts.

Mit seinen moschusartig-würzigen Grundnoten sticht Patchouli aus der Palette der ätherischen Öle heraus. Dank seiner hohen Anteile an schweren Komponenten (hauptsächlich Moleküle mit 15 Kohlenstoff-Atomen) sind seine regenerativen, reinigenden und tonischen Wirkungen für die Haut (Akne, Herpes, aufgeplatzte Haut etc.) bemerkenswert und sind als solche in der Volks-Medizin Asiens gut beschrieben worden. Patchoulis adstringierende Eigenschaften verhindern ein vorzeitiges Altern der Haut und helfen in hervorragender Weise, das Gewebe zu regenerieren, nützlich auch in Fällen von Hauterschlaffung, Varikosen und als interessante Helfer gegen Haarausfall. Starke Wirkungen zeigt das Öl in Fällen von Entzündungen, vornehmlich als Ergebnis von Fieber. Oft wird es eingesetzt gegen Arthritis und Gicht und – ähnlich anderen ätherischen Ölen – hat es eine Stellung im Kampf gegen pilzverursachte sowie bakterielle Infektionen. Darüber hinaus verfügt es über wundheilende sowie antiseptische Eigenschaften und ist ein ausgezeichnetes Diuretikum.

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Mittel für den Stimmungs-Ausgleich und Anti-Depressivum

Innerhalb der Aroma-Therapie ist Patchouli ein anerkanntes Mittel für Simmungs-Ausgleich, wo Überarbeitung, extreme mentale Aktivität und Stress das Immun-System geschwächt haben, und Körper, Herz und Geist vermehrt der Stärkung bedürfen.

Erfahrungen bestätigen, dass Patchouli hilfreich ist in Fällen von Schlaflosigkeit und Depression. Es erlaubt, über Gefühle von Traurigkeit oder Verlust hinweg zu kommen, hebt Emotionen an, lässt Enttäuschung überwinden und baut angesammelte Spannungen ab. Das ist zum Teil der Tatsache geschuldet, dass Patchouli positiv zu unserem hormonellen Gleichgewicht beizutragen vermag. Indem es die Freisetzung von Wohlfühl-Hormonen wie Serotonin und Dopamin stimuliert, können sich Angst, Zorn und Traurigkeit leichter auflösen.

Allein die Einatmung von Patchouli-Öl vermag den Geist zu erden und das Gefühl, „inkarniert“ zu sein zu verstärken, was so viel heißt, sich wieder mit der Erde zu verbinden. Mit diesen erdenden Eigenschaften vermögen wir unsere Aufmerksamkeit der äußeren wie der inneren Schönheit gleichermaßen zuzuwenden. Wen wundert es, wenn Patchouli als guter Anker für den Geist während und nach der Meditation hilft. Seine warmen Eigenschaften erheben das Herz, energetisieren die Nerven und geben dem Wunsch Nahrung, „hier“ zu sein und sich an der Welt in einer mehr ausgewogenen Art zu erfreuen.

Eine magische Pflanze

Dank seiner Pheromon-Komponente vermag das Kraut sowie das Öl als Aphrodisiakum zu wirken. In diesem Falle verbindet die spezielle Alchemie der Pflanze in zweierlei Weise deren aphrodisische Qualitäten mit ihren anti-depressiven Eigenschaften. Die subtilen Energien werden auf natürlichem Wege angehoben und die Phantasie vermag ihre Flügel auszubreiten.

Patchouli ist wahrlich ein „magisches Blatt“ – und unterscheidet sich als solches deutlich von den üblichen Duft-Profilen dieser Pflanzen-Gruppe (lamiaceae)!

Niemand würde eine derartig abgerundete, volle Erdnote von Duft beim Anblick dieser Pflanze erwarten. Allein eine kurze Berührung und die Zerreibung eines Blattes lässt den Hippocampus des Gehirns Salto-Mortale vor Überraschung schlagen. All diese unglaublichen Düfte von Mutter Natur! Urtümliche Geheimnisse der Evolution, uralte Wissens-Flüsse, die sich im globalen Ozean ethno-medizinischer Heilung vereinigen – dazu angelegt, unsere Erden-Reise tiefer und freudvoller werden zu lassen.

Einige Zeugnisse zu Patchouli

„Hilft mir bei emotionalen Ausbrüchen und zum Einschlafen. Ich benutzte es auch als Deodorant. Zählt zu meinen Favoriten. Ich reib es mir auf Gesicht und Brust und leide nicht mehr unter Schlafstörungen“ – Brandy N.

„Ich benutze Patchouli in meinem Zerstäuber als Hilfsmittel gegen Angst und Depression, und auch für die Haut.“

– Ron K.

„Nutze es gegen Fieber, und um Angstgefühle zu erden und zu beruhigen. Wende es auch als Spray an. Und das ist bloß die Spitze des Eisbergs für mich und Patchouli.“

–  Allison P.

„Es festigt lockere Haut und regeneriert mein Gewebe. Wenn du den Duft nicht magst, vermisch es mit anderen Ölen, es ist zu gut, um nicht benutzt zu werden.“

– Joyce S.

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